Wer sich intensiv mit analoger Fotografie beschäftigt – insbesondere mit speziellen Filmkameras ohne eingebauten Belichtungsmesser oder Entfernungsmesser – kennt die Herausforderung: Man benötigt zuverlässige externe Messgeräte, um präzise arbeiten zu können. Der L.D. Meter von Chinotechs verspricht eine elegante Lösung für genau dieses Problem. Das kompakte Gerät kombiniert einen digitalen Belichtungsmesser mit einem Laser-Entfernungsmesser in einem winzigen, tragbaren Format – eine Kombination, die auf dem Markt bislang nur selten anzutreffen ist.
Die Notwendigkeit für solche Hybridgeräte wird besonders deutlich bei der wachsenden Renaissance von Mittelformat-Panoramakameras. Viele dieser Modelle – seien es klassische Kameras oder neuere 3D-gedruckte Konstruktionen wie die Infidex 176V – verfügen weder über einen echten Sucher noch über einen gekoppelten Entfernungsmesser oder Belichtungsmesser. Das stellt Fotografen vor praktische Probleme: Wie stellt man sicher, dass man die richtige Blende und Verschlusszeit für die herrschenden Lichtverhältnisse wählt? Wie misst man die Entfernung zum Motiv für die präzise Fokussierung, wenn man nicht durch das Objektiv schauen kann?
Bisherige Lösungen erforderten entweder separate Geräte – ein Belichtungsmesser hier, ein Entfernungsmesser dort – oder man verließ sich auf Erfahrung und Intuition. Mit dem L.D. Meter ändert sich das. Das Gerät ist dabei nicht nur für Panoramafotografen interessant: Auch klassische Rangefinder-Kameras, alte Leicas oder andere manuelle Kameras profitieren von der Kombination beider Funktionen. Die Hersteller geben sogar konkrete Anwendungstipps, wie man den L.D. Meter zur Kalibrierung und Überprüfung von analogen Entfernungsmessern nutzen kann – praktisch wertvolles Wissen für Enthusiasten.
Auf dem deutschsprachigen Markt sind dedizierte Belichtungsmesser ohnehin eher Spezialistenwerkzeuge geworden. Klassische Favoriten wie der Sekonic Speedmaster oder verschiedene Keks-Modelle sind erhältlich, doch alle lösen nur ein Problem – die Belichtung. Das Entfernungsmessen bleibt dem Fotografen überlassen oder erfordert ein zusätzliches Gerät. Der L.D. Meter positioniert sich als praktische Antwort auf diese Marktlücke.
Die Verfügbarkeit in Deutschland und Österreich ist durch internationale Händler gewährleistet, die Preise sind im Vergleich zu Premium-Alternativen durchaus attraktiv. Die Pro-Version kostet etwa 139 Euro, die Lite-Variante 119 Euro. Für Fotografen, die regelmäßig ohne automatische Messsysteme arbeiten, ist das ein fairer Preis für zwei Funktionen in einem Gerät.
Beim Auspacken fällt sofort die solide Verarbeitung auf: Das Gehäuse besteht vollständig aus Metall, die Abmessungen von gerade mal 36 x 32 x 20 Millimetern machen das Gerät tatsächlich taschentauglich. Es wiegt praktisch nichts und findet problemlos im Fotorucksack Platz – wichtig für Fotografen, die ohnehin schon mit erheblichem Equipment unterwegs sind. Das kompakte Design ist dabei kein Kompromiss in der Funktionalität, sondern eine durchdachte Lösung.
📋 Technische Spezifikationen
✅ Vorteile (Pros)
- ✓Einzigartige Kombination: Belichtungsmesser und Laser-Entfernungsmesser in einem Gerät – erspart das Mitschleppen separater Messgeräte und spart Gewicht
- ✓Robuste Metallverarbeitung: Das Gehäuse wirkt äußerst haltbar und verzeiht auch härtere Behandlung beim Transport
- ✓Extrem lange Akkulaufzeit: Nach eigenen Aussagen über 90 Tage Standby-Zeit, praktisch gesehen reicht eine Ladung seit Januar – ideale Zuverlässigkeit für Expeditionen
- ✓Intuitives, schnelles Messprinzip: Nach Eingewöhnung arbeitet das Gerät zuverlässig und liefert sofort verwertbare Messergebnisse
- ✓Vielfältige Einstellungsoptionen: ISO 3–8.000, beide Messmodi (Blenden- und Zeit-Priorität), Single- und Continuous-Metering ermöglichen flexible Anpassung an unterschiedliche Fotografien-Szenarien
- ✓Zwei Varianten für unterschiedliche Anforderungen: Die Pro-Version mit 7-Grad-Messwinkel eignet sich für Spot-Metering (Highlight/Schatten), die Lite-Variante mit 30 Grad für allgemeinere Messungen
- ✓Praktische Verwendbarkeit mit klassischen Kameras: Die Möglichkeit, den Laser im Continuous-Modus zu nutzen, um analoge Entfernungsmesser zu kalibrieren, ist ein großer Pluspunkt für Rangefinder-Enthusiasten
- ✓Sehr kompakte Abmessungen: 36 x 32 x 20 Millimeter machen das Gerät wirklich taschen- und rucksacktauglich, ideal für Field-Work
❌ Nachteile (Cons)
- ✗Umständliche Bedienung über Button-Kombinationen: Verschiedene Drücktechniken (kurz, lang, Doppelklick, Halbdruck) für unterschiedliche Funktionen sind gewöhnungsbedürftig und fehlleranfällig
- ✗Hohe Lernkurve für Einstellungen: ISO-Änderung erfordert 3-Sekunden-Druck, Umschaltung Meter/Fuß benötigt 8 Sekunden – ohne Anleitung schwer zu merken
- ✗Display-Größe begrenzt: Das 0,96-Zoll-OLED-Display ist sehr klein und bei Sonnenlicht oder mit Brille nur mühsam ablesbar
- ✗Magnetisches Zubehör-Mounting funktioniert nur mit optionalem Chinotechs-Zubehör: Das Schuh-System haftet nicht an anderen Objekten, was die Flexibilität einschränkt
- ✗Keine weitergehenden Mess-Modi oder spezielle Funktionen: Für spezialisierte Anforderungen (z.B. Farbtemperatur-Messung, Flashing-Metering) bietet das Gerät keine Erweiterungsmöglichkeiten
- ✗Begrenzte Entfernungsmesser-Reichweite: 50 Meter Maximaldistanz können bei Landschaftsfotografie mit Teleobjektiven zu kurz bemessen sein
- ✗Keine offizielle Schutzart angegeben: Bei der Verwendung im Freien (Regen, Feuchtigkeit, Staub) bleibt unklar, wie robust das Gerät wirklich ist
