Tamron 12-20mm F28 Revolution im Ultraweitwinkel-Segment

Tamron 12-20mm F2.8: Revolution im Ultraweitwinkel-Segment

Die Ank%undigung: Ein neuer optischer Meilenstein f%ur spiegellose Systeme

Der japanische Objektivspezialist Tamron hat mit der Vorstellung des 12-20mm F2.8 (Modell A084) f%ur Aufsehen in der Fotobranche gesorgt. Das neue Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv, das f%ur Sony E-Mount ab dem 30. Juli 2026 und f%ur Nikon Z-Mount ab dem 27. August 2026 erh%altlich sein wird, markiert nicht nur technologisch, sondern auch optisch eine Z%asur. Mit einem US-Preis von 1699 USD (Sony) bzw. 1799 USD (Nikon) positioniert sich das Objektiv im Premium-Segment. Doch die eigentliche Sensation liegt in der Kombination aus einer extremen Anfangsbrennweite von 12 mm bei durchgehender Lichtst%arke von F2.8 und einem bemerkenswert kompakten Geh%ause, das lediglich 570 Gramm auf die Waage bringt. Zudem l%autet Tamron mit diesem Modell eine v%ollig neue Designsprache namens ‘Toned Profile Next’ ein und verabschiedet sich von kryptischen Namenszus%atzen wie ‘Di III’ oder ‘VXD’ im offiziellen Produktnamen.

Historischer Kontext: Der Abschied vom g%unstigen Drittanbieter-Image

Historisch gesehen war Tamron in der DACH-Region (Deutschland, %Osterreich, Schweiz) lange Zeit als solider, aber preisbewusster Drittanbieter bekannt. Objektive wie das legend%are SP 15-30mm F2.8 f%ur DSLRs waren optisch hervorragend, aber extrem klobig und schwer. Mit dem Einstieg in das spiegellose Segment gelang Tamron mit dem 17-28mm F2.8 Di III RXD ein Geniestreich: kompakt, leicht und bezahlbar. Das neue 12-20mm F2.8 geht nun jedoch einen entscheidenden Schritt weiter in Richtung absolutes Premium-Segment. Es konkurriert direkt mit den High-End-Objektiven der Kamerahersteller selbst, wie dem Sony FE 12-24mm F2.8 GM oder dem Nikon Nikkor Z 14-24mm F2.8 S. W%ahrend das Sony GM-Objektiv fast das Doppelte kostet und deutlich schwerer ist, bietet Tamron hier eine echte Alternative, die beim Gewicht fast auf dem Niveau von lichtschw%acheren F4-Alternativen liegt. Dass Tamron auf Namenszus%atze verzichtet, zeigt ein neues Selbstbewusstsein: Linearmotoren und exzellente spiegellose Optik werden nicht mehr als Feature beworben, sondern als Standard vorausgesetzt – ein strategischer Schritt, den auch Sigma mit seiner Art-Serie erfolgreich vollzogen hat.

Praktische Anwendung: Ein Traum f%ur Astrofotografen und Filmemacher

F%ur welche Fotografen ist dieses Objektiv nun die lang ersehnte Offenbarung? Die Antwort liegt vor allem in der Astrofotografie und der anspruchsvollen Innenarchitektur. Die optische Konstruktion aus 17 Elementen in 12 Gruppen, darunter ein expandiertes blankgepresstes asph%arisches Element (XGM) und drei weitere asph%arische Linsen (GM), wurde gezielt entwickelt, um Abbildungsfehler wie die sagittale Koma zu minimieren. Astrofotografen wissen, wie kritisch unsch%arf verzerrte Sterne in den Bildecken sein k%onnen – hier verspricht das Tamron eine kompromisslose Sch%arfe bis zum %au%sersten Rand. Ein weiteres Highlight f%ur diese Zielgruppe ist der physische Manual-Focus-Lock-Schalter, der ein versehentliches Verstellen des Fokus in kalten Bombenn%achten verhindert. Dank der Naheinstellgrenze von nur 18 Zentimetern bei 12 mm lassen sich zudem dramatische Vordergrund-Perspektiven realisieren.

Auch f%ur Videografen bietet das Objektiv enorme Vorteile. Das interne Zoomsystem sorgt daf%ur, dass sich der Schwerpunkt beim Zoomen kaum verlagert, was den Einsatz auf Gimbal-Systemen drastisch erleichtert. Der neue, de-klickbare Blendenring (insbesondere f%ur Sony-Nutzer) erlaubt v%ollig ger%auschlose Belichtungs%uberg%ange w%ahrend der Aufnahme. Da die Frontlinse bauartbedingt stark gew%olbt ist und kein klassisches Filtergewinde zul%asst, hat Tamron einen integrierten Hinterfilter-Halter verbaut. Landschaftsfotografen k%onnen so kosteng%unstige Gelatine- oder Spezialfilter auf der R%uckseite einsetzen, anstatt auf riesige und extrem teure 150mm-Steckfiltersysteme angewiesen zu sein.

Ergonomie und Haptik: Das ‘Toned Profile Next’ Konzept

Mit dem 12-20mm f%uhr Tamron das neue ‘Toned Profile Next’-Design ein. In der Praxis in Deutschland und %Osterreich, wo Fotografen gro%sen Wert auf mechanische Pr%azision und Langlebigkeit legen, d%urfte dieses Design auf offene Ohren sto%sen. Die Einstellringe f%ur Zoom und Fokus sind breiter und sp%urbar griffiger gestaltet. Die unterschiedliche Texturierung sorgt daf%ur, dass der Fotograf selbst bei eisigen Temperaturen mit Handschuhen sofort f%uhlt, welchen Ring er bedient. Das Geh%ause wirkt durch die neue matte Oberfl%ache und das dezentere Branding deutlich moderner und harmoniert optisch perfekt mit den aktuellen Kamerageh%ausen der Sony Alpha- und Nikon Z-Serie. Die Reduzierung des charakteristischen champagnerfarbenen Rings am Bajonett unterstreicht den minimalistischen, professionellen Anspruch.

Marktanalyse DACH: Preise, Verf%ugbarkeit und Wettbewerb

F%ur den deutschen und %osterreichischen Markt ist die Preisgestaltung besonders spannend. Die US-Preise von 1699 USD bzw. 1799 USD d%urften sich unter Ber%ucksichtigung der Mehrwertsteuer in einen europ%aischen Verkaufspreis von ca. 1.849 EUR bis 1.999 EUR %ubersetzen. Der Preisunterschied von knapp 100 Euro zwischen der Sony- und der Nikon-Variante wird von Tamron mit den geringeren Produktionsvolumina f%ur den Nikon-Z-Mount begr%undet – ein ehrliches Eingest%andnis, das in der Branche selten ist. Dennoch ist das Objektiv gerade f%ur Nikon-Fotografen hochattraktiv, da das native Nikkor Z 14-24mm F2.8 S zwar exzellent, aber im Handel selten unter 2.300 EUR zu finden ist und zudem ‘nur’ bei 14 mm beginnt. Die zwei Millimeter mehr Weitwinkel des Tamron (12 mm vs. 14 mm) bedeuten in der Praxis einen signifikant gr%o%seren Bildwinkel, der in engen Alpent%alern oder bei monumentalen Architekturaufnahmen in Wien oder M%unchen den entscheidenden Unterschied ausmachen kann. Fachh%andler wie Calumet, Foto Erhardt oder Foto Leistenschneider d%urften bereits zum Verkaufsstart Ende Juli mit einer hohen Nachfrage konfrontiert werden, weshalb Vorbestellungen dringend empfohlen werden.


Informationen für diesen Artikel basieren auf Berichten von www.dpreview.com.

Titelbild: Foto von Vinicius Pittol auf Unsplash