Tamron 12-20mm f28 Weitwinkel-Revolution für Sony Nikon
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Tamron 12-20mm f/2.8: Weitwinkel-Revolution für Sony & Nikon

Tamron hat mit der offiziellen Ankündigung des neuen Tamron 12-20mm f/2.8 für eine handfeste Überraschung im Segment der spiegellosen Vollformat-Objektive gesorgt. Das extrem lichtstarke Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv wird für die Bajonettanschlüsse Sony E-Mount und Nikon Z-Mount erscheinen. Während die Version für Sony-Kameras bereits am 30. Juli zu einem US-Einführungspreis von 1.699 Dollar auf den Markt kommen soll, müssen sich Nikon-Fotografen bis zum 27. August gedulden und mit 1.799 Dollar einen leichten Preisaufschlag einkalkulieren. Mit seinem außergewöhnlichen Brennweitenbereich von 12 bis 20 mm und einer durchgehenden Lichtstärke von f/2.8 positioniert Tamron diese Optik als neues Werkzeug für anspruchsvolle Astrofotografie und professionelle Innenarchitektur-Aufnahmen.

Ein mutiger Schritt: Der historische Kontext und die Konkurrenz

Um die Tragweite dieser Neuvorstellung zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Markt. Bislang war der Bereich unterhalb von 14mm Brennweite eine exklusive und sehr teure Spielwiese für First-Party-Objektive. Das Sony FE 12-24mm f/2.8 GM gilt zweifellos als optische Referenz, reißt jedoch mit einem Marktpreis von fast 3.000 Euro ein tiefes Loch in die Kasse von Kreativen. Sigma bietet mit dem 14-24mm f/2.8 DG DN Art zwar eine exzellente und günstigere Alternative an, verfehlt aber die magische Grenze von 12mm.

Tamron geht mit dem 12-20mm f/2.8 einen strategisch klugen und historisch typischen Kompromiss ein. Ähnlich wie beim extrem erfolgreichen 17-28mm f/2.8 verzichtet der Hersteller auf Brennweite am langen Ende (20mm statt der üblichen 24mm), um das Objektiv kompakter, leichter und optisch hervorragend korrigiert zu halten. Der Unterschied zwischen 12mm und 14mm im Bildwinkel ist gigantisch (ca. 122° gegenüber 114° diagonal). Diese zusätzlichen Grade im Sichtfeld erfordern hochkomplexe Linsenkonstruktionen, um Verzeichnungen und chromatische Aberrationen zu minimieren. Für Nikon-Z-Nutzer ist dieses Objektiv ein Segen, da das native Angebot an extremen Weitwinkeln von Drittanbietern im Z-System bislang stark limitiert war.

Praxisanalyse: Wer profitiert vom neuen Ultraweitwinkel-Spezialisten?

Die Kombination aus extremem Weitwinkel und hoher Lichtstärke eröffnet Fotografen im DACH-Raum völlig neue gestalterische Möglichkeiten. Insbesondere zwei Anwendungsbereiche stechen hierbei hervor:

  • Astrofotografie in den Alpen: Für Astrofotografen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Tamron 12-20mm f/2.8 ein hochinteressantes Werkzeug. Wer in den dunklen Regionen der bayerischen Alpen oder im Nationalpark Gesäuse die Milchstraße einfangen möchte, profitiert massiv von den 12mm Brennweite. Nach der bekannten NPF-Belichtungsregel erlaubt eine kürzere Brennweite deutlich längere Belichtungszeiten, bevor die Erdrotation zu sichtbaren Sternenspuren führt. Bei f/2.8 und 12mm lassen sich beeindruckend detailreiche und rauscharme Astro-Landschaften realisieren.
  • Architektur und Immobilien im urbanen Raum: In den engen Altbauwohnungen von Wien, München oder Berlin zählt oft jeder Zentimeter Platz. Immobilienfotografen müssen Räume weitläufig, aber dennoch realistisch abbilden. Hier glänzt das neue Tamron-Objektiv. Die entscheidende Frage in der Praxis wird sein, wie gut die Verzeichnungskorrektur arbeitet. Sollte Tamron die tonnenförmige Verzeichnung bereits optisch gut minimiert haben, spart dies Profis enorm viel Zeit in der Postproduktion.

Marktanalyse für den DACH-Raum: Preise und Verfügbarkeit

Obwohl die US-Preise feststehen, müssen wir für den deutschen und österreichischen Markt die Mehrwertsteuer sowie die üblichen Import- und Vertriebskosten einrechnen. Es ist damit zu rechnen, dass das Tamron 12-20mm f/2.8 in Deutschland und Österreich zu einem Straßenpreis von ca. 1.849 Euro (Sony) bzw. 1.949 Euro (Nikon) bei bekannten Fachhändlern wie Foto Koch, Foto Erhardt oder Calumet gelistet wird.

Ein kritischer Faktor für Landschaftsfotografen wird das Filterdesign sein. Bei einer Brennweite von 12mm ist eine stark gewölbte Frontlinse üblich, was den Einsatz von Standard-Schraubfiltern oft unmöglich macht. Sollte Tamron hier eine clevere Lösung – wie ein hinteres Filterfach oder ein akzeptables Filtergewinde – integriert haben, wäre dies ein massiver Wettbewerbsvorteil gegenüber den oft filterunfreundlichen Mitbewerbern. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Tamron mit diesem Objektiv das Premium-Segment aufmischt und eine hochattraktive Brücke zwischen extremen Spezialobjektiven und bezahlbaren Zoom-Klassikern schlägt.


Informationen für diesen Artikel basieren auf Berichten von fstoppers.com.

Titelbild: Foto von Marco Xu auf Unsplash