Ein neues Leichtgewicht f$r das L-Mount-System
Die L-Mount-Allianz, bestehend aus Branchengrßen wie Leica, Panasonic und Sigma, hat sich in den letzten Jahren fest im professionellen spiegellosen Segment etabliert. Doch w$hrend das Angebot an erstklassigen Festbrennweiten und Standardzooms kontinuierlich w$chst, blieb der Bereich der lichtstarken Telezoom-Objektive f$r viele Fotografen eine schwere und kostspielige Angelegenheit. Mit der offiziellen Ank$ndigung des Samyang AF 60-180mm F2.8 L-Mount m$chte der s$dkoreanische Hersteller LK Samyang diese L$cke schließen. Nach dem erfolgreichen Deb$t der Sony E-Mount-Version im Juni folgt nun die lang ersehnte Anpassung f$r L-Mount-Fotografen. Das in Kooperation mit der traditionsreichen deutschen Optikschmiede Schneider-Kreuznach entwickelte Objektiv verspricht eine beispiellose Kombination aus Mobilit$t, Lichtst$rke und Erschwinglichkeit.
Historischer Kontext: Der Kampf gegen die Kilos im L-Mount
Um die Bedeutung dieser Neuerscheinung zu verstehen, muss man einen Blick auf die bisherigen Alternativen im L-Mount-Kosmos werfen. Wer ein Telezoom mit einer durchgehenden Lichtst$rke von F2.8 suchte, musste bisher physische und finanzielle H$rden in Kauf nehmen. Das Panasonic Lumix S Pro 70-200mm F2.8 OIS bringt stolze 1570 Gramm auf die Waage und geh$rt damit zu den schwersten Vertretern seiner Klasse. Selbst das modernere Sigma 70-200mm F2.8 DG DN OS Sports wiegt noch beachtliche 1345 Gramm. Beide Objektive setzen auf ein internes Zoom-Design, was zwar die Balance verbessert, aber die physischen Abmessungen permanent maximiert.
Hier setzt das Samyang AF 60-180mm F2.8 an: Mit einem Gewicht von gerade einmal 730 Gramm wiegt es nahezu die H$lfte des Panasonic-Pendants. Erm$glicht wird dies durch eine kompakte, ausfahrende Tubus-Konstruktion. Im eingefahrenen Zustand bei 60mm misst das Objektiv nur 149 mm und w$chst beim Zoomen auf moderate 174 mm an. Dieser radikale Ansatz erinnert an den Erfolg von Tamrons 70-180mm-Konzept f$r Sony E-Mount und zeigt, dass moderne Fotografen bereit sind, f$r eine drastische Gewichtsersparnis auf die letzten 20mm Brennweite am langen Ende zu verzichten. Die Zusammenarbeit mit Schneider-Kreuznach f$gt dem Ganzen eine historische Note hinzu, die besonders im deutschsprachigen Raum f$r Vertrauen in die optische Leistung sorgt.
Praktische Anwendung: F$ wen ist das 60-180mm ideal?
Die Abweichung vom klassischen Brennweitenbereich (60-180mm statt 70-200mm) bietet in der Praxis spannende Vorteile. F$r Hochzeits- und Eventfotografen sind die 60mm am kurzen Ende ein Segen. Sie erlauben etwas mehr Weitwinkel in engen R$umen, was den Bedarf f$r einen schnellen Kamera- oder Objektivwechsel verringert. Gleichzeitig reicht die Lichtst$rke von F2.8 aus, um Motive vor unruhigen Hintergr$nden perfekt freizustellen und bei schwierigen Lichtverh$ltnissen in Kirchen oder Fests$len rauschfreie Bilder zu liefern.
Auch Landschafts- und Bergfotografen in den $sterreichischen Alpen oder dem deutschen Mittelgebirge werden das geringe Gewicht zu sch$tzen wissen. Wer stundenlang H$henmeter $berwindet, sp$rt jedes Gramm im Rucksack. Die Naheinstellgrenze von nur 0,35 Metern bei 60mm er$ffnet zudem kreative M$glichkeiten f$r detailreiche Nahaufnahmen von Flora und Fauna mit einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:3,8 (0,26x).
Ein wichtiger Aspekt, den es zu beachten gilt, ist das Fehlen eines optischen Bildstabilisators (OIS) im Objektiv. W$hrend dies bei $lteren Kamerasystemen ein K.o.-Kriterium gewesen w$re, verf$gen moderne L-Mount-Geh$use wie die Panasonic Lumix S5II oder die Leica SL2/SL3 $ber herausragende kamerainterne Bildstabilisierungssysteme (IBIS). Diese k$nnen den Mangel an sensorseitiger Stabilisierung bei Brennweiten bis zu 180mm in den meisten Alltagssituationen problemlos kompensieren.
Marktanalyse: Relevanz f$r den DACH-Markt
In Deutschland, $sterreich und der Schweiz (DACH-Region) legen Fotografen traditionell großen Wert auf Haptik, Langlebigkeit und Pr$zision. Erste Tests der E-Mount-Version zeigten, dass Samyang beim Geh$use vermehrt auf Kunststoffe setzt und der Zoomring eine gewisse Schwerg$ngigkeit aufweisen kann. Das f$hlt sich im direkten Vergleich zu den metallenen Geh$usen von Leica oder den robusten Sigma-Sports-Objektiven weniger wertig an. Dennoch ist das Objektiv dank Dichtungen gegen Staub und Spritzwasser gesch$tzt, was f$r den Outdooreinsatz essenziell ist.
Der entscheidende Faktor im DACH-Markt wird jedoch der Preis sein. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.199 US-Dollar (was sich in Europa inklusive Mehrwertsteuer voraussichtlich bei rund 1.249 bis 1.299 Euro einpendeln wird) ist das Samyang zwar 100 Dollar teurer als die E-Mount-Variante, bleibt aber immer noch deutlich g$nstiger als die Konkurrenz von Sigma und Panasonic. F$r ambitionierte Amateure und preisbewusste Profis, die im Fachhandel wie Calumet, Foto Erhardt oder Foto Sobotka in Wien einkaufen, stellt dieses Objektiv eine h$chst attraktive Einstiegsdroge in die Welt der professionellen L-Mount-Telefotografie dar. Es beweist, dass hohe Lichtst$rke im Telebereich weder das Budget noch den R$cken sprengen muss.
Informationen für diesen Artikel basieren auf Berichten von www.dpreview.com.
Titelbild: Foto von Alberico Bartoccini auf Unsplash

