Light Lens Lab 35mm f14 ASPH 11873 im Test Leica-Charakter zum Bruchteil des Preises
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Light Lens Lab 35mm f/1.4 ASPH ‘11873’ im Test: Leica-Charakter zum Bruchteil des Preises

Die Suche nach dem perfekten 35mm-Objektiv mit charaktervollem Rendering und klassischem Leica-Flair ist für viele Fotografen ein kostspieliges Unterfangen. Das Original Leica M 35mm f/1.4 Summilux in der legendären Doppel-Asphären-Version '11873' hat sich zu einem begehrten Sammlerstück entwickelt, dessen Preise auf dem Gebrauchtmarkt regelmäßig fünfstellige Beträge erreichen. Genau hier setzt Light Lens Lab an und bietet mit ihrer modernen Interpretation des klassischen Designs eine interessante Alternative für alle, die das unverwechselbare optische Verhalten dieses Designs suchen, ohne dabei ein kleines Vermögen aufbringen zu müssen.

Was besonders auffällt: Light Lens Lab hat sich nicht auf eine reine Kopie des Originals beschränkt. Stattdessen haben die Optiker die bewährte Konstruktion mit lanthan-dotiertem Glas und doppelt asphärischer Oberflächenbearbeitung bewahrt, gleichzeitig aber die optische Formel so angepasst, dass die Linse mit modernen digitalen Sensoren optimaler zusammenarbeitet. Bei einem Preis von rund 1.400 Euro bietet dieses Objektiv einen direkten Einstieg in eine Welt des kreativen und unberechenbaren Fotografierens, die von Straßenfotografen, Dokumentaristen und experimentierfreudigen Künstlern gleichermaßen geschätzt wird.

Die mechanische Verarbeitung ist beeindruckend. Wer das Objektiv in der Hand hält, könnte tatsächlich glauben, ein Original aus Wetzlar zu halten – nur die chinesischen Beschriftungen auf der Oberseite verraten die wahre Herkunft. Das Fokussiergewinde läuft butterweich, der 10-blättrige Blendenring mit Halbblenden-Rastung liegt präzise in der Hand. Mit nur 270 Gramm ist die Linse kompakt genug für Reisefotografie, wirkt aber gleichzeitig robust und hochwertig. Eine titaniumverstärkte Version ist für Puristen ebenfalls verfügbar, vergrößert aber das Gewicht merklich.

Wichtig zu wissen: Das Objektiv ist nicht mit 6-bit-Codierung ausgestattet. Das bedeutet, dass bei Verwendung an digitalen Leica-Kameras keine EXIF-Daten wie Brennweite übertragen werden. Dies ist ein historisch korrektes Feature, das aber bei modernem Workflow berücksichtigt werden sollte. Für analog fotografierende und digitale M-Mount-Nutzer, die ohnehin manuell fokussieren und belichten, ist dies kein Nachteil, kann aber für Nutzer von automatisierten Systemen relevant sein.

In der Praxis zeigt sich sofort, woher die legendäre Beliebtheit des Originals kommt und warum die Light Lens Lab-Version für Straßenfotografen und dokumentarisch arbeitende Fotografen interessant ist. Dieses Objektiv belohnt den Fotografen, der bereit ist, sich auf sein charaktervolles Rendering einzulassen. Es ist nicht die Linse für kontrollierte Studiofotografie oder perfektionistische Produktfotografien – es ist die Linse für diejenigen, die Unvorhersehbarkeit und optischen Charakter als kreative Werkzeuge verstehen.

📷 Objektiv

📋 Technische Spezifikationen

📸 Hauptkamera
Leica M-Mount Objektiv

✅ Vorteile (Pros)

  • Überragende Verarbeitungsqualität mit Wetzlar-artiger Anmutung – die mechanische Präzision lässt sich in jeder Bedienung spüren, vom Fokussiergewinde bis zum präzisen Blendenring
  • Charaktervolles optisches Rendering mit klassischem Glow bei Offenblende – perfekt für Portrait- und Available-Light-Fotografie, wo dieser magische Look tatsächlich als kreatives Feature genutzt werden kann
  • Deutlich bessere Kontrolle lateraler chromatischer Aberration gegenüber dem Original – moderne Sensoren profitieren von dieser Optimierung spürbar
  • Kompakte Bauweise mit nur 270 Gramm ermöglicht angenehmes Handling auf Reisen und langen Fotoshootings ohne signifikante Ermüdung
  • Dramatische Sterneffekte bei kleinen Lichtquellen bereits ab f/5.6 – besonders reizvoll für Nachtfotografie mit Straßenlaternen und Fahrzeuglicht
  • Fünfzehntel des Preises des Originals – wer den Look möchte, ohne fünfstellige Summen auszugeben, findet hier eine praxisgerechte Alternative
  • Intuitive und schnelle Handhabung ohne komplexe Elektronik – die direkte mechanische Rückmeldung beim Fokussieren ist für Streetfotografen vorbildlich
  • Seifenartige Bokeh-Charakteristiken mit erkennbarem optischen Charakter – nicht neutral, aber definitiv wiedererkennbar und filmisch

❌ Nachteile (Cons)

  • Ausgeprägte Vignettierung bei Offenblende f/1.4 – besonders in den Bildecken deutlich merkbar und lässt sich nicht vollständig nachbearbeiten
  • Longitudinale chromatische Aberration (LoCA) ist bei Offenblende sehr evident – farbige Farbsäume an hochkontrasten Bereichen erfordern entweder Nachbearbeitung oder gezieltes Abblenden auf f/2.8
  • Scharfzeichnung bei f/1.4 mit merklich reduziertem Kontrast im Bildzentrum – wer durchgehend knackige Schärfe bei Offenblende erwartet, wird enttäuscht
  • Ecken bleiben bis f/2.8 deutlich unscharf mit charaktervollem Swirl-Effekt – für Architektur- oder Dokumentation ist diese Eigenschaft unbrauchbar
  • Intensives Flareverhalten mit Neigung zu Geistern und Regenbogenmustern – zwar optisch interessant, aber nicht für kontrollierte Aufnahmen geeignet
  • Sterneffekte bei großflächigen Lichtquellen wirken unspektakulär – die dramatischen Strahlen entstehen primär bei Punktlichtquellen
  • Keine EXIF-Datenübertragung bei digitalen Kameras ohne manuelles Nachtragen – der Workflow erfordert zusätzliche Aufmerksamkeit bei der Bildverwaltung
  • Bokeh mit ausgeprägtem Zwiebelhaut-Effekt und Doppelbild-Charakter – nicht jedermanns Sache und kann bei manchen Motiven störend wirken

Titelbild: Foto von rawkkim auf Unsplash