Objektiv

Panasonic Lumix S 20mm f/2.5 im Test: Das ultimative Ultraweitwinkel-Pancake für die Lumix S9?

Das Panasonic Lumix S 20mm f/2.5 überzeugt im Test als extrem leichtes, scharfes und erschwingliches Ultraweitwinkel-Objektiv für das L-Mount-System.

Panasonic Lumix S 20mm f25 im Test Das ultimative Ultraweitwinkel-Pancake für die Lumix S9

Der Trend im Vollformat-Segment bewegt sich unaufhaltsam in Richtung Kompaktheit. Lange Zeit galt die Annahme, dass spiegellose Systemkameras zwar kleinere Gehäuse ermöglichen, die dazugehörigen Objektive jedoch aufgrund physikalischer Gesetzmäßigkeiten klobig und schwer bleiben müssen. Panasonic beweist mit dem Lumix S 20mm f/2.5 das Gegenteil und liefert einen extrem kompakten, leichten Weitwinkel-Festbrennweiten-Klassiker für das L-Mount-System. Besonders im Zusammenspiel mit der ultrakompakten Panasonic Lumix S9 bildet diese Optik eine optisch wie ästhetisch äußerst gelungene Kombination, die das Konzept der immer einsatzbereiten Street- und Reisekamera perfekt verkörpert.

Mit einem Gewicht von gerade einmal 142 Gramm ist das Lumix S 20mm f/2.5 ein echtes Leichtgewicht. Beim ersten Auspacken fällt sofort auf, wie unauffällig diese Linse an der Kamera wirkt. Trotz des großzügigen Einsatzes von Kunststoffen, die maßgeblich zu diesem geringen Gewicht beitragen, ist die Verarbeitungsqualität auf einem sehr hohen Niveau. Der Fokus- und Steuerring läuft butterweich und präzise. Ein Wermutstropfen für anspruchsvolle Fotografen im DACH-Raum dürfte jedoch das Fehlen einer Gegenlichtblende im Lieferumfang sein. Wer eine solche nutzen möchte, muss auf optionale Lösungen zurückgreifen, die über das standardmäßige 62-mm-Filtergewinde montiert werden.

Ein großer Pluspunkt für Outdoor-Fotografen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der umfassende Wetterschutz. Das Objektiv ist gegen Staub, Spritzwasser und Frost bis zu -10 °C geschützt. Damit eignet es sich hervorragend für raue Bedingungen in den Alpen oder wechselhaftes Wetter bei Städtetrips. Die Frontlinse ist zudem mit einer Fluorbeschichtung versehen, die Wasser, Staub und Fett abweist und die Reinigung im Feld erheblich erleichtert. Am Tubus befinden sich neben dem AF/MF-Schalter auch eine programmierbare Fokus-Stopp-Taste, was in dieser Größenklasse keineswegs selbstverständlich ist.

In der optischen Praxis zeigt das Objektiv ein sehr interessantes Leistungsverhalten. Die Schärfe im Bildzentrum ist bereits bei Offenblende f/2.5 schlichtweg hervorragend und steigert sich bis f/5.6 zu absoluten Höchstwerten. Wer Landschaften oder Architektur fotografiert, wird sich über die exzellente Detailwiedergabe im Zentrum freuen. An den Bildrändern sieht es bei Offenblende etwas anders aus: Hier ist die Abbildung bei f/2.5 und f/2.8 eher mäßig bis solide. Erst ab Blende f/4 steigert sich die Randschärfe auf ein sehr gutes Niveau und erreicht bei f/5.6 ihren Peak. Für Street-Fotografie, bei der das Hauptmotiv selten am äußersten Rand liegt, ist dies völlig unproblematisch. Bei Landschaftsaufnahmen empfiehlt es sich jedoch, auf f/5.6 oder f/8 abzublenden.

Ein weiteres Highlight ist das extrem gut kontrollierte Verhalten bei Verzeichnung und chromatischen Aberrationen. Mit einer gemessenen tonnenförmigen Verzeichnung von nur -0.74 % liefert das Weitwinkel extrem geradlinige Ergebnisse, was die Nachbearbeitung von Architekturaufnahmen minimiert. Farbsäume (CA) sind praktisch nicht vorhanden. Überraschend gut schlägt sich das Objektiv auch beim Bokeh: Trotz der extremen Weitwinkel-Brennweite und der enormen Schärfe im Fokusbereich verläuft der Hintergrund weich, cremig und sehr natürlich. Auch das gefürchtete Focus Breathing wurde für Videografen und Vlogger effektiv minimiert.

Auf dem deutschen und österreichischen Markt positioniert sich das Panasonic Lumix S 20mm f/2.5 mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 499 Euro als äußerst attraktive Option. Im Vergleich zu Mitbewerbern wie dem Sigma 20mm f/2 DG DN Contemporary (das mit rund 650 Euro teurer und deutlich schwerer ist) oder dem extrem lichtstarken Sigma 20mm f/1.4 Art bietet Panasonic hier den perfekten Kompromiss aus Portabilität und Abbildungsleistung. Wer ein extrem kompaktes Weitwinkel für die Street-, Reise- oder Alltagsfotografie sucht, kommt an diesem L-Mount-Winzling kaum vorbei.

📷 Objektiv

📋 Technische Spezifikationen

🎥 Video
Minimiertes Focus Breathing für flüssige Schärfeverlagerungen bei Videoaufnahmen
⚙️ Weitere Details
Brennweite: 20mm | Lichtstärke: f/2.5 | Optischer Aufbau: 11 Elemente in 9 Gruppen (3 asphärische, 3 ED-Linsen) | Naheinstellgrenze: 0,18 m | Maximaler Abbildungsmaßstab: 0,15x | Filterdurchmesser: 62 mm | Gewicht: 142 g | Abmessungen: 40,9 mm x 69,4 mm | Bajonett: L-Mount | Wetterschutz: Staub-, spritzwasser- und frostgeschützt (-10°C bis +40°C)

✅ Vorteile (Pros)

  • ✓Herausragende Schärfe im Bildzentrum bereits ab Offenblende f/2.5
  • ✓Extrem leichtes und kompaktes Gehäuse mit nur 142g Gewicht – ideal für kompakte DSLMs wie die Lumix S9
  • ✓Robuster Wetterschutz gegen Staub, Spritzwasser und Frost bis zu -10 °C
  • ✓Hervorragend korrigierte chromatische Aberrationen im gesamten Bildbereich
  • ✓Sehr geringe Verzeichnung von nur -0,74%, ideal für Architektur- und Linienmotive
  • ✓Überraschend weiches und harmonisches Bokeh trotz Ultraweitwinkel-Charakteristik
  • ✓Schneller, präziser und nahezu lautloser Autofokus im Foto- und Videobetrieb
  • ✓Sehr kurze Naheinstellgrenze von 18 cm für kreative Perspektiven mit betontem Vordergrund

❌ Nachteile (Cons)

  • ✗Keine Gegenlichtblende im Lieferumfang enthalten (muss separat erworben werden)
  • ✗Sichtbarer Abfall der Schärfe an den äußersten Bildrändern bei f/2.5 und f/2.8
  • ✗Kein integrierter optischer Bildstabilisator (vollständig auf Sensor-Shift der Kamera angewiesen)
  • ✗Leichte Abbildungsschwächen im extremen Nahbereich bei maximal geöffneter Blende
  • ✗Hauptsächlich aus Kunststoff gefertigtes Gehäuse (fühlt sich weniger massiv an als Metall-Alternativen)

Titelbild: Foto von Seungmin Yoon auf Unsplash

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