Die Sensation: Laowas AF-Deb$t auf dem Fujifilm X-Mount
Venus Optics hat offiziell das Laowa 180mm F4.5 1.5x Ultra Macro APO f$r den Fujifilm X-Mount sowie den Nikon F-Mount vorgestellt. W$hrend die Nikon-Variante rein manuell bleibt, markiert die Fujifilm-Version einen historischen Meilenstein f$r den Hersteller: Es ist das allererste Autofokus-Objektiv von Laowa f$r das X-System. Zu einem Preis von rund 499 US-Dollar bringt das Objektiv eine beeindruckende Brennweite von $quivalenten 270 mm an APS-C-Sensoren mit. Die optische Konstruktion bleibt mit 12 Elementen in 9 Gruppen und einem apochromatischen (APO) Design identisch zu den bereits etablierten Versionen f$r andere Anschl$sse. Doch der Teufel steckt im Detail, insbesondere bei der Autofokus-Implementierung, die eine hybride Arbeitsweise erfordert. F$r Fotografen im deutschsprachigen Raum, die das Fujifilm-System f$r seine hervorragende Farbwiedergabe und kompakte Bauweise sch$tzen, er$ffnet dieses Objektiv v$llig neue kreative Spielr$ume in der Tele-Makrofotografie.
Historischer Kontext: Der Wandel von Venus Optics und der Vergleich zur Konkurrenz
Historisch gesehen war Laowa (Venus Optics) stets f$r seine exzellenten, rein manuellen Ultra-Makro-Objektive bekannt. Objektive wie das legendäre Laowa 100mm f/2.8 2x Ultra Macro APO haben sich einen festen Platz in den Fototaschen weltweit erarbeitet, da sie extreme Vergr$$erungsma$st$be ohne chromatische Aberrationen boten $ jedoch komplett ohne elektronische Kommunikation. Der Schritt hin zur Autofokus-Technologie begann z$gerlich auf Sony E und Nikon Z, erreicht aber nun mit dem Fujifilm X-Mount eine neue $ra. Im Vergleich zum direkten Konkurrenten, dem Fujifilm XF 80mm f/2.8 R LM OIS WR Macro, bietet das neue Laowa eine deutlich l$ngere Brennweite (270mm vs. 120mm KB-$quivalent) und einen gr$$eren Abbildungsma$stab von 1,5:1 statt 1:1. Daf$r m$ssen Fujifilm-Nutzer jedoch auf einen optischen Bildstabilisator (OIS) verzichten, was bei einer so langen Brennweite eine immense Herausforderung darstellt und die Nutzung eines Stativs oder moderner IBIS-Kameras (wie der Fujifilm X-T5 oder X-H2) fast schon obligatorisch macht. Zudem ist die AF-Funktionalit$t des Laowa eingeschr$nkt: Voller Autofokus steht nur im Bereich von 1,5 Metern bis unendlich zur Verf$gung. Im extremen Nahbereich zwischen 1,5 Metern und der Naheinstellgrenze von 30 Zentimetern dient der Autofokus lediglich als Unterst$tzung f$r das Focus Stacking $ ein Novum, das in der Praxis erst noch seine Zuverl$ssigkeit beweisen muss. Diese Einschr$nkung zeigt, dass Laowa zwar den Schritt in die Autofokus-Welt wagt, die komplexe Physik extremen Makro-Autofokus aber weiterhin eine Herausforderung bleibt.
Praktische Anwendung: Wer profitiert von 270mm Makro-Power?
Die Kombination aus einer extremen Brennweite von 270mm ($quivalent) und einem Abbildungsma$stab von 1,5:1 pr$destiniert dieses Objektiv f$r ganz spezifische fotografische Genres. Erstens profitieren Insekten- und Wildlife-Makrofotografen enorm. Durch die lange Brennweite und die damit verbundene gro$e Fluchtdistanz k$nnen Fotografen scheue Insekten wie Libellen, Schmetterlinge oder Eidechsen aus sicherer Entfernung fotografieren, ohne sie aufzuschrecken. Ein weiterer gro$er Vorteil ist der extrem enge Bildwinkel, der unruhige Hintergr$nde in ein butterweiches Bokeh verwandelt und das Hauptmotiv perfekt isoliert. Zweitens ist die botanische Fotografie im Feld zu nennen. Die apochromatische Korrektur (APO) sorgt daf$r, dass selbst feinste Strukturen von Bl$tenbl$ttern vor hellem Hintergrund frei von st$renden Farbs$umen (chromatischen Aberrationen) bleiben. Drittens ist die Studio- und Produktfotografie ein ideales Einsatzgebiet. Hier gl$nzt das Objektiv in Verbindung mit der integrierten Focus-Stacking-Unterst$tzung. Da der Autofokus im Nahbereich feine, pr$zise Schritte steuern kann, erleichtert er das Erstellen von Bildserien f$r die Sch$rfendehnung ungemein. F$r klassische Portr$tfotografen ist das Objektiv trotz der sch$nen Freistellung durch die Lichtst$rke von F4.5 und 9 Blendenlamellen wegen des speziellen Autofokus-Verhaltens nur bedingt zu empfehlen. Hier sind klassische Portr$tbrennweiten flexibler.
Marktbetrachtung f$r Deutschland und $sterreich (DACH-Region)
In Deutschland und $sterreich st$$t das Laowa 180mm F4.5 1.5x Ultra Macro APO auf einen sehr aktiven Markt f$r Natur- und Makrofotografie. Die DACH-Region ist bekannt f$r ihre anspruchsvollen Amateure und Profis, die viel Wert auf optische H$chstleistung legen. Vertrieben wird das Objektiv in Deutschland traditionell $ber etablierte Fotofachh$ndler wie Calumet Photographic, Foto Erhardt oder Foto Koch, sowie in $sterreich $ber H$ndler wie den Foto Sobotka oder die United Camera. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung, die sich im europ$ischen Markt inklusive Mehrwertsteuer voraussichtlich um die 549 bis 599 Euro bewegen wird, positioniert sich das Laowa als hochattraktive, budgetschonende Alternative zu den oft deutlich teureren Originalobjektiven von Fujifilm. W$hrend das Fujifilm XF 80mm Macro oft $ber 1.000 Euro kostet, bietet Laowa hier fast die doppelte Brennweite und mehr Vergr$$erung f$r die H$lfte des Preises. K$ufer im deutschsprachigen Raum sollten jedoch beachten, dass der Service und die Garantieabwicklung $ber den deutschen Distributor (meist B.I.G. Brenner Import Fotoservice) laufen, was f$r eine schnelle und verl$ssliche Abwicklung im Reparaturfall sorgt. Wer ein robustes, optisch herausragendes Makro-Werkzeug sucht und bereit ist, sich mit den Eigenheiten des eingeschr$nkten Autofokus im Nahbereich zu arrangieren, erh$lt hier ein extrem leistungsstarkes Werkzeug f$r die kreative Fotografie.
Technische Analyse: Warum APO-Design bei 180mm entscheidend ist
Ein oft untersch$tzter Aspekt bei extremen Tele-Makro-Objektiven ist die chromatische Aberration. Je l$nger die Brennweite und je gr$$er der Abbildungsma$stab, desto deutlicher treten Farbs$ume an kontrastreichen Kanten hervor. Laowa l$st dieses Problem beim 180mm F4.5 durch ein apochromatisches Design (APO). Durch den Einsatz von Spezialgl$sern werden die drei Prim$rfarben Rot, Gr$n und Blau auf derselben Bildebene fokussiert. Das Ergebnis sind knackscharfe Bilder ohne die typischen lila oder gr$nen R$nder, die sonst m$hsam in der Nachbearbeitung entfernt werden m$ssten. Die 12 Linsenelemente in 9 Gruppen sind pr$zise aufeinander abgestimmt. Mit einem Gewicht von 526,2 Gramm f$r die Fujifilm-Version ist das Objektiv zudem $berraschend leicht f$r seine Brennweite, was die Handhabung im Gel$nde erleichtert. Der Filterdurchmesser von 62 mm erlaubt zudem den kosteng$nstigen Einsatz von Polfiltern oder Graufiltern, die in der Landschafts- und Makrofotografie unverzichtbar sind. Zusammenfassend l$sst sich sagen, dass Venus Optics mit diesem Objektiv ein kleines Meisterwerk gelungen ist, das trotz kleinerer Kompromisse beim Autofokus das Potenzial hat, ein moderner Klassiker im Fujifilm-System zu werden.
Informationen für diesen Artikel basieren auf Berichten von www.dpreview.com.