Excire Foto 2027 im Test Die ultimative KI-Bildverwaltung für Fotografen ohne Cloud-Zwang
Foto von Saad Jameel auf Unsplash

Excire Foto 2027 im Test: Die ultimative KI-Bildverwaltung für Fotografen ohne Cloud-Zwang?

Die größte Freude an der Fotografie liegt zweifellos im Moment des Auslösens – draußen in der Natur, im Studio oder auf den Straßen der Stadt. Die anschließende Pflichtarbeit am Computer hingegen, das Sichten, Sortieren, Verschlagworten und Archivieren tausender RAW-Dateien, gehört für die meisten Fotografen zu den unbeliebtesten Aufgaben. Genau hier setzt die deutsche Software-Schmiede Pattern Recognition Company aus Weimar mit Excire Foto 2027 an. Diese eigenständige Bildverwaltung verspricht, den gesamten Post-Processing-Workflow durch den gezielten Einsatz lokaler künstlicher Intelligenz radikal zu beschleunigen und zu vereinfachen.

Besonders für Fotografen in Deutschland und Österreich ist Excire Foto 2027 ein hochinteressantes Werkzeug. Im Gegensatz zu vielen cloudbasierten Lösungen von Adobe oder Google arbeitet die KI von Excire vollkommen lokal auf dem eigenen Rechner. Es werden keine Bilddaten auf externe Server hochgeladen. Dies ist nicht nur ein immenser Vorteil in Bezug auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) für professionelle Auftragsfotografen, sondern schont auch die in manchen Regionen des DACH-Raums immer noch lückenhafte Internetbandbreite. Die Software ist als Einmalkauf für regulär 229 € (Einführungspreis 199 €) erhältlich, was sie zu einer echten, abofreien Alternative im modernen Software-Dschungel macht.

In der Praxis zeigt sich schnell, dass Excire Foto 2027 weit mehr ist als nur ein einfaches Update des bereits erfolgreichen Vorgängers Excire Foto 2025. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören eine interaktive Kartenansicht (Map View), eine hocheffiziente Vergleichsansicht (Survey View) für das schnelle Aussortieren von Bildserien sowie eine innovative Funktion zur Erkennung von Texten innerhalb von Fotos (OCR-Suche). Auch das manuelle Schärfeprüfen wird durch ein zuschaltbares Fokus-Peaking erheblich erleichtert.

Der Einstieg in die Software erfordert jedoch zunächst etwas Geduld. Bevor die intelligenten Suchfunktionen genutzt werden können, muss das Bildarchiv initialisiert werden. Bei diesem Prozess analysiert die KI jedes Foto, vergibt automatische Stichwörter und errechnet eine ästhetische Bewertung. Bei einer umfangreichen Bibliothek von über 120.000 Aufnahmen kann dieser Vorgang auf einem modernen Rechner wie einem Apple Silicon Mac Studio gut und gerne zwölf Stunden in Anspruch nehmen. Es empfiehlt sich daher dringend, diesen Prozess über Nacht laufen zu lassen. Ist diese Hürde jedoch erst einmal genommen, belohnt die Software den Nutzer mit einer phänomenalen Performance. Das Suchen nach bestimmten Motiven, Gesichtern oder gar Textfragmenten geschieht praktisch verzögerungsfrei.

Besonders beeindruckend im Test ist die neue 'Text-in-Fotos'-Suche. Wer beispielsweise nach Straßenschildern, Autokennzeichen, Logos oder bestimmten Plakaten sucht, gibt einfach den gesuchten Begriff ein. Die Software findet selbst winzige oder unterbelichtete Schriftzüge im Bildhintergrund und markiert diese mit einem gelben Rahmen. Für Reise- und Reportagefotografen ist dies ein unschätzbares Werkzeug, um Ordnung in historische Archive zu bringen.

Auch die neue Kartenansicht (Map View) überzeugt. Sie liest die GPS-Daten der Aufnahmen aus und platziert die Bilder präzise auf einer interaktiven Weltkarte. Wer Kameras ohne integriertes GPS-Modul nutzt, kann die Standortdaten unkompliziert über den integrierten Metadaten-Editor in großen Mengen nachpflegen. Für Landschafts- und Reisefotografen, die ihre Hotspots in den Alpen oder im Urlaub katalogisieren möchten, ist dies ein echter Segen.

Für Hochzeits- und Porträtfotografen bietet die neue 'Survey-Ansicht' den größten Mehrwert. Hier lassen sich dutzende ähnliche Aufnahmen nebeneinander auf dunklem Hintergrund vergleichen. Abgelehnte Bilder fliegen sofort aus der Auswahl, während die verbleibenden Fotos automatisch größer dargestellt werden. Gepaart mit der präzisen Gesichtserkennung und dem Fokus-Peaking lässt sich die Spreu vom Weizen in Rekordzeit trennen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Excire Foto 2027 ein mächtiges Werkzeug für alle Fotografen ist, die ihr digitales Archiv effizient und ohne monatliche Abo-Gebühren verwalten möchten. Die Kombination aus lokaler Datensicherheit, innovativer KI-Suche und optimierten Culling-Tools macht die Software zu einer der besten Archivierungslösungen auf dem aktuellen Markt.

📷 Zubehör

📋 Technische Spezifikationen

📸 Hauptkamera
Plattformen: Windows 10/11 (64-Bit) & macOS (nativ für Apple Silicon und Intel)
🌄 Ultraweitwinkel
Unterstützte Dateiformate: RAW (inkl. gängiger Kamerahersteller), PSD, JPEG, TIFF, PNG, gängige Videoformate
🔭 Teleobjektiv
Datenbank-Kapazität: Unbegrenzt (ca. 100 GB Speicherbedarf pro 400.000 analysierte Bilder)
🤳 Frontkamera
Integration: Metadaten-Export zu Adobe Lightroom Classic möglich
🎥 Video
Video-Unterstützung: Direkte Wiedergabe und rudimentäre Analyse innerhalb der App
⚙️ Weitere Details
Besondere Features: Lokale KI-Verarbeitung, GPS-Kartenansicht, Texterkennung (OCR), Fokus-Peaking, Ästhetik-Bewertung, Dublettensuche

✅ Vorteile (Pros)

  • Komplett lokale KI-Verarbeitung garantiert maximale Datensicherheit ohne Cloud-Zwang (ideal für DSGVO-konformes Arbeiten).
  • Die neue 'Survey-Ansicht' ermöglicht ein extrem schnelles und ablenkungsfreies Vergleichen und Ausmisten großer Bildserien.
  • Präzise 'Text-in-Fotos'-Suche (OCR) findet selbst kleine, unscheinbare Schriftzüge wie Straßenschilder oder Logos in Sekunden.
  • Die integrierte interaktive GPS-Kartenansicht erleichtert Reise- und Landschaftsfotografen das Auffinden von Aufnahmeorten enorm.
  • Einmaliger Kaufpreis statt des in der Branche mittlerweile üblichen Abonnement-Modells schont das Budget langfristig.
  • Das neue Fokus-Peaking mit anpassbarem Schwellenwert erlaubt eine blitzschnelle Schärfekontrolle direkt beim Sichten.
  • KI-gestützte ästhetische Bewertung und automatische Verschlagwortung sparen Stunden an mühsamer manueller Metadatenpflege.
  • Extrem flüssige Performance bei der Bildvorschau im Alltag, selbst bei riesigen Datenbanken mit über 400.000 Fotos.

❌ Nachteile (Cons)

  • Die Erstinitialisierung großer Bildarchive ist extrem zeitaufwendig und blockiert den Rechner für viele Stunden.
  • Die automatische Verschlagwortung stößt bei abstrakten Landschaften und experimentellen Motiven an ihre kreativen Grenzen.
  • Hoher Speicherplatzbedarf der lokalen Datenbank (über 100 GB bei großen Archiven), was schnelle SSDs erfordert.
  • Keine integrierten Bildbearbeitungswerkzeuge – für jegliche Anpassungen muss ein externer Editor genutzt werden.
  • Die KI-basierte 'ästhetische Bewertung' ist rein subjektiv und liefert bei künstlerischen oder Low-Key-Aufnahmen oft unpassende Ergebnisse.
  • Mit einem regulären Preis von knapp 230 Euro im DACH-Raum eine spürbare finanzielle Investition für Hobbyfotografen.

Titelbild: Foto von Saad Jameel auf Unsplash