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Sigma 85mm f1.2 Art im Test: Bokeh-Traum mit Kompromissen

Sigma bringt das 85mm f/1.2 DG Art für L- und E-Mount. Unser Prüfstand zeigt: Ein optischer Bokeh-Traum zum Kampfpreis, der jedoch beim Autofokus Federn lässt.

Sigma 85mm f12 Art im Test Bokeh-Traum mit Kompromissen

Ein neuer Meilenstein f””””r Portr””””atfotografen: Sigma fordert die Giganten heraus

0p0Sigma hat offiziell das mit Spannung erwartete 0strong085mm f/1.2 DG Art0/strong0 f0strong0L-Mount0/strong0 und 0strong0Sony E-Mount0/strong0 vorgestellt. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 0strong01.599 USD0/strong0 (ca. 1.299 GBP in Großbritannien) setzt der japanische Objektivspezialist ein deutliches Ausrufezeichen im Premium-Segment. Das neue Flaggschiff positioniert sich preislich signifikant unter den etablierten spiegellosen f/1.2-Festbrennweiten von Canon und Nikon. Gleichzeitig verspricht Sigma, dass die Neuentwicklung spürbar kompakter und leichter ausfällt als die Konkurrenzprodukte der Kamerahersteller. Doch während die Fachwelt die optische Brillanz und das schier unendliche Bokeh feiert, kristallisiert sich in ersten Praxistests bereits eine ganz spezifische Schwäche heraus, die potenzielle Käufer im DACH-Raum vor der Anschaffung genau abwägen sollten.0/p00h20Historischer Kontext: Der evolutionäre Sprung der Art-Serie0/h200p0Um die Tragweite dieser Veröffentlichung zu verstehen, lohnt ein Blick zurück. Sigmas legendäres 85mm f/1.4 DG HSM Art aus der DSLR-Epoche galt jahrelang als optische Referenz, schleppte jedoch das Erbe eines enormen Gewichts und klobigen Gehäuses mit sich. Mit dem Wechsel auf spiegellose Systeme (DN-Serie) gelang Sigma mit dem 85mm f/1.4 DG DN Art ein Geniestreich: exzellente Abbildungsleistung bei fast halbiertem Gewicht. Der Schritt zu einer extremen Offenblende von f/1.2 ist jedoch physikalisch eine völlig andere Dimension.0/p00p0Bisher war die prestigeträchtige Lichtstärke von f/1.2 vor allem den First-Party-Herstellern vorbehalten. Canons RF 85mm f/1.2L USM und Nikons Nikkor Z 85mm f/1.2 S sind optische Meisterwerke, wiegen jedoch weit über einen Kilogramm und reißen mit Preisen von teils deutlich über 2.500 Euro tiefe Löcher in das Budget von Fotografen. Sigma bricht dieses Quasi-Monopol nun auf. Dank modernster asphärischer Linsenelemente und hochentwickelter Glassorten konnte das optische System so optimiert werden, dass es trotz der enormen Lichtstärke erstaunlich handlich bleibt. Dennoch fordert die Physik ihren Tribut: Die für f/1.2 benötigten großen Glasdurchmesser müssen im Autofokusbetrieb präzise und schnell bewegt werden – und genau hier liegt die Achillesferse des neuen Sigma-Objektivs.0/p00h20Praktische Anwendung: Für wen ist der Bokeh-König gemacht?0/h200p0In der professionellen Fotografie im deutschsprachigen Raum entscheiden oft Nuancen über den Erfolg eines Bildes. Das Sigma 85mm f/1.2 DG Art richtet sich an anspruchsvolle Kreative, die keine Kompromisse bei der Bildstimmung eingehen wollen:0/p00ul00li00strong0Hochzeitsfotografen:0/strong0 In düsteren Kirchen oder bei stimmungsvollen Abendveranstaltungen in historischen Locations in Österreich oder der Schweiz sorgt die Blende f/1.2 für rauscharme Bilder ohne den Einsatz von störendem Blitzlicht. Das cremige Bokeh isoliert das Brautpaar perfekt von unruhigen Hintergründen.0/li00li00strong0High-End-Porträt- und Fashionfotografen:0/strong0 Die Plastizität und der dreidimensionale Look, den dieses Objektiv erzeugt, sind im Studio und On-Location unerreicht. Die Schärfe im Fokuszentrum ist bereits bei Offenblende atemberaubend.0/li00/ul00p00strong0Die reale Schwäche im Detail:0/strong0 Wo Licht ist, ist auch Schatten. Um das Gewicht und die Größe zu reduzieren, musste Sigma beim Autofokus-Antrieb Kompromisse eingehen. Der verbaute HLA-Linearmotor (High-response Linear Actuator) arbeitet zwar extrem präzise, erreicht jedoch bei schnellen Motivbewegungen oder im kontinuierlichen Autofokus (C-AF) nicht ganz die Reaktionsgeschwindigkeit, die man von Sonys nativen G-Master-Objektiven gewohnt ist. Für die Sport-, Action- oder dynamische Reportagefotografie ist das Sigma 85mm f/1.2 daher nur eingeschränkt zu empfehlen. Wer sich bewegende Kinder oder rennende Haustiere fokussieren möchte, muss mit einer erhöhten Ausschussquote rechnen.0/p00h20Marktanalyse DACH: Kampfansage über den Preis0/h200p0Für den Fotomarkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) ist das Sigma 85mm f/1.2 DG Art eine echte Sensation. Erwartet wird ein europäischer Straßenpreis von ca. 1.650 bis 1.750 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Damit positioniert sich das Objektiv als hochattraktive Alternative für Fotografen, die den Einstieg in die f/1.2-Welt suchen, ohne das Budget einer kompletten Profi-Ausrüstung zu opfern.0/p00p0Besonders für das L-Mount-Konsortium (Panasonic, Leica, Sigma) schließt diese Linse eine schmerzhafte Lücke im Portfolio. Während Sony-Nutzer auf eine breite Palette an Dritthersteller-Objektiven zurückgreifen können, war der L-Mount im extremen Lichtstärkebereich bisher dünn besiedelt. Große Fotofachhändler im DACH-Raum dürften dieses Objektiv zudem schnell in ihre Rent-Systeme (Verleih) aufnehmen. Für viele semi-professionelle Fotografen wird das Sigma damit zum idealen Werkzeug für gezielte Wochenend-Produktionen.0/p00p0Zusammenfassend lässt sich sagen: Sigma hat einen mutigen Schritt gewagt. Die leichte Schwäche bei der Autofokus-Geschwindigkeit wird durch die sensationelle optische Leistung, das geringere Gewicht und den unschlagbaren Preis mehr als wettgemacht. Für Portrait-Puristen ist das neue Art-Objektiv schon jetzt ein moderner Klassiker.0/p0


Informationen für diesen Artikel basieren auf Berichten von fstoppers.com.

Titelbild: Foto von Fauzan Saari auf Unsplash

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