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Fujifilm XApp im Test: Endlich die Smartphone-App, die Ihre Fuji-Kamera verdient?

Mit der neuen XApp liefert Fujifilm endlich den lang ersehnten, stabilen und funktionsreichen Nachfolger für die veraltete Camera Remote App im Praxistest.

Fujifilm XApp im Test Endlich die Smartphone-App die Ihre Fuji-Kamera verdient

Jahrelang galt in der Fotowelt ein ungeschriebenes Gesetz: Kamerahersteller bauen herausragende Hardware, scheitern aber kläglich an der dazugehörigen Software. Die alten Begleit-Apps wirkten oft wie ein lieblos gestaltetes Nebenprodukt aus einer vergangenen Ära der Softwareentwicklung. Besonders Fujifilm-Nutzer mussten in der Vergangenheit stark sein. Die alte 'Camera Remote'-App war berüchtigt für Verbindungsabbrüche, langwierige Koppelungsprozesse und eine Benutzeroberfläche, die Frust statt Freude bereitete. Mit der Einführung der Fujifilm XApp im Jahr 2023 sollte alles anders werden. Ein kompletter Neustart der Software-Infrastruktur versprach Stabilität, Geschwindigkeit und moderne Komfortfunktionen. Nach intensiven Praxistests unter anderem mit der Fujifilm X-T5 im DACH-Raum zeigt sich, ob Fujifilm das Software-Versprechen einlösen kann und wie sich die App im harten Alltag von Event-, Porträt- und Landschaftsfotografen schlägt.

Der erste Eindruck nach der Installation auf aktuellen Smartphones wie dem iPhone 17 Pro Max oder dem Google Pixel 11 Pro XL ist vielversprechend. Die Benutzeroberfläche wirkt aufgeräumt, modern und orientiert sich an aktuellen Design-Standards. Im Vergleich zu Mitbewerbern wie der 'Creators' App' von Sony oder Canons 'Camera Connect' hat Fujifilm optisch und funktional spürbar aufgeholt. Die App dient nicht mehr nur als einfaches Werkzeug zum Kopieren von Bildern, sondern versteht sich als digitales Dashboard für das gesamte Kamerasystem. Für Fotografen in Deutschland und Österreich, die oft bei wechselhaftem Wetter im alpinen Raum oder bei hektischen Hochzeitsreportagen auf eine schnelle und zuverlässige Verbindung angewiesen sind, ist diese Neuausrichtung essenziell.

Ein kritischer Aspekt vor dem Start ist die Gerätekompatibilität. Fujifilm unterstützt mit der XApp Modelle ab dem Baujahr 2018. Ältere Klassiker wie die X-T2 oder X-Pro2 bleiben leider außen vor und müssen weiterhin mit der alten Camera Remote App vorliebnehmen. Unterstützt werden jedoch moderne Gehäuse wie die X-T5, X-H2, X-S20 sowie die Mittelformat-Modelle der GFX-Serie (ab GFX 50R). Die Ersteinrichtung erfolgt unkompliziert via Bluetooth Low Energy (BLE). Für datenintensive Prozesse wie den Bildtransfer oder die Live-View-Fernsteuerung schaltet die App im Hintergrund automatisch auf eine Wi-Fi-Verbindung um. In der Praxis erweist sich dieser Handshake als deutlich stabiler als früher. Zwar kommt es auch bei der XApp gelegentlich vor, dass die Verbindung nach längerer Inaktivität einfriert, doch ein einfacher Neustart der App löst das Problem in den allermeisten Fällen zuverlässig.

Besonders für Social-Media-affine Fotografen und Fotojournalisten ist die Geschwindigkeit der Bildübertragung ein entscheidendes Kriterium. Hier glänzt die XApp mit intelligenten Filterfunktionen. Bilder lassen sich direkt in der App nach kameraintern vergebenen Sternenbewertungen, Dateiformaten (RAW/JPEG) oder sogar nach erkannten Motivtypen (Menschen, Tiere, Fahrzeuge, Flugzeuge) filtern. Wer also während eines Shootings bereits die besten Aufnahmen in der Kamera markiert, kann diese innerhalb von Sekunden auf das Smartphone übertragen. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist ordentlich: Ein Paket aus fünf hochauflösenden RAW/JPEG-Paaren (40 Megapixel der X-T5) benötigt knapp drei Minuten, während reine JPEGs in rund 45 Sekunden übertragen sind. Für den schnellen Export unterwegs bietet die App zudem eine automatische Verkleinerung auf ein webfreundliches 3-Megapixel-Format an.

Ein weiteres Highlight für professionelle Anwender, die mit mehreren identischen Kameragehäusen arbeiten – wie es im Hochzeits- und Reportagebereich üblich ist –, ist die Backup- und Restore-Funktion. Sämtliche Kamera-Einstellungen (mit Ausnahme von Netzwerkeinstellungen und benutzerdefiniertem Weißabgleich) lassen sich in der App sichern, benennen und auf andere Gehäuse desselben Typs übertragen. Das spart bei der Konfiguration von Zweitbodys enorm viel Zeit. Auch die GPS-Synchronisation wurde verbessert: Die App zieht die Standortdaten des Smartphones und bettet sie via Bluetooth direkt in die Metadaten der Fotos ein. Um den Smartphone-Akku zu schonen, lässt sich das Synchronisationsintervall flexibel anpassen.

Abgerundet wird der Funktionsumfang durch die Features 'Timeline' und 'Activity'. Hierbei handelt es sich um eine Art fotografisches Tagebuch, das Statistiken über genutzte Objektive, bevorzugte Filmsimulationen und die Anzahl der Auslösungen grafisch aufbereitet. Was als nette Spielerei beginnt, entpuppt sich im Alltag als praktisches Werkzeug, um das eigene Nutzungsverhalten zu analysieren oder bestimmte Shootings chronologisch nachzuvollziehen. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Für diese Komfortfunktionen setzt Fujifilm zwingend eine Registrierung via Google- oder Apple-Account voraus. Zudem integriert der Hersteller gelegentlich dezente Werbung für eigene Events und Produkte in die Timeline – ein Umstand, den man bei einer App für professionelle Kamerasysteme durchaus kritisch sehen darf.

📷 Zubehör

📋 Technische Spezifikationen

📸 Hauptkamera
Nicht direkt anwendbar (Kamera-Begleit-App)
🌄 Ultraweitwinkel
Nicht anwendbar
🔭 Teleobjektiv
Nicht anwendbar
🤳 Frontkamera
Nicht anwendbar
🎥 Video
Unterstützt Fernauslösung für Videografen
⚙️ Weitere Details
Konnektivität: Bluetooth Low Energy (BLE) & Wi-Fi; Kompatibilität: iOS und Android; Unterstützte Kameras: Fujifilm X- und GFX-Systeme ab Baujahr 2018 (z.B. X-T5, X-H2, GFX 100 II); Funktionen: Bildtransfer (RAW & JPEG), Kamera-Backup, GPS-Geotagging, Fernsteuerung mit Live-View, Timeline/Aktivitäts-Statistiken, Firmware-Updates

✅ Vorteile (Pros)

  • Deutlich stabilere und schnellere Verbindungsherstellung im Vergleich zur alten Camera Remote App.
  • Hervorragende Filteroptionen beim Bildtransfer (nach Sternenbewertung, Dateityp und erkannten Motivgruppen).
  • Zuverlässiges Backup und Wiederherstellen von Kamera-Einstellungen – ideal für die Synchronisation von Zweitgehäusen.
  • Praktischer automatischer Bildtransfer im Hintergrund beim Ausschalten der Kamera (Queue-System).
  • Präzise GPS-Standortsynchronisation im Hintergrund mit konfigurierbarem Intervall zur Akkuschonung.
  • Übersichtliche Live-View-Fernsteuerung mit direkter Anpassung von Blende, Verschlusszeit, ISO und Filmsimulation.
  • Firmware-Updates für die Kamera können unkompliziert über das Smartphone heruntergeladen und übertragen werden.

❌ Nachteile (Cons)

  • Gelegentliche Verbindungsabbrüche nach längerer Inaktivität der App erfordern einen manuellen Neustart.
  • Die nützlichen Timeline- und Aktivitäts-Statistiken erfordern zwingend einen Google- oder Apple-Account-Zwang.
  • Gelegentliche App-Abstürze unter iOS beim Aufrufen von spezifischen Infografiken in der Aktivitäts-Sektion.
  • Keine Unterstützung für ältere Fujifilm-Kameras vor dem Baujahr 2018 (z.B. X-T2, X-Pro2).
  • Firmware-Updates für Fujifilm-Objektive können leider nicht über die App durchgeführt werden.
  • Dezente, aber dennoch störende Werbeeinblendungen für Fujifilm-Produkte und -Events innerhalb der Timeline.

Titelbild: Foto von Simon Hughes auf Unsplash

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